Das Gut Neu Gaarz

Auszüge aus einer Ortsbeschreibung (Verfasser unbekannt):
" Neu Gaarz wurde anno 1698 als Rittergut erbaut.
Ein Damm, beiderseits mit Kastanienbäumen angepflanzt, führt zum Dorf und zum Gutshof hinauf. Fünf aus roten Ziegeln erbaute Häuser mit zum Teil davor liegenden Blumengärtchen sind die Heimstätte der hier wohnenden Landarbeiterfamilien. Die Dorfstraße vollzieht hier eine Senke, man schaut zur Linken auf flaches Koppelgelände, für die Pferde bestimmt. Rechts liegen die bergigen Koppeln für Kühe und Jungrinder. Eine langgezogene Mauer mit Einfahrt trennt Dorf und Gutskomplex voneinander. Dahinter liegt das einstöckige gelbgetünchte Gutshaus mit niedrigem beiderseitigen Anbau; es folgen unmittelbar zu beiden Seiten Wirtschafts- und Stallgebäude, sowie eine Scheune. Außerhalb des Gutshofes befindet sich eine aus Holz erbaute Feldscheune. Hinter dem Gutshaus schließt sich der Park an. Gutshof und Gutshaus waren durch einen Gartenzaun abgetrennt. Eine mit Zierblumen bewachsene Grünanlage führte zur Freitreppe.
Das Gutshaus enthielt parterre 9 Räume und im Obergeschoß 10 Räume, dazu noch reichlich Nebengelaß und Kellerräume. Es hatte eine eigene Lichtanlage; die Elektrifizierung der Gemeinde erfolgte erst 1945/1946.
1911 wurde der Damm vom Gut bis zur Alt Gaarzer Grenze mit Pflaster ausgebaut.
Von 1910 bis 1931 war das Gut im Besitz von Fritz Boas (Halbjude). In dieser Zeit waren ständig 30 Arbeitsleute und ca. 30 polnische Schnitter von Frühjahr bis Herbst beschäftigt. Der Viehbestand umfaßte 20 Arbeits- und 4 Kutschpferde, 65 Milchkühe, 220 Schweine, 60 Schafe und 150 Stück Geflügel."
Einfahrt zum Gutskomplex Blick auf Neu Gaarz
Das Gut Neu Gaarz war ein Geschenk seiner Eltern an Fritz Boas. Es war aber auch nach der 1912 vollzogenen Ehe mit Mathilde, geb. Sauter, der Ausgangspunkt für heute über 80 Personen zählende Nachkommen.

Das Gutshaus (Eingangsseite links und Parkseite rechts) um 1910 und 2012 (Mitte)

Innenansichten: Diele Arbeitszimmer mit Blick zum Salon Herren- und Rauchzimmer